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18. Februar 2012 Frästisch für die Mafell ErikaEinleitungDer Bau Tischplatte Fräsanschlag Fräshaube Sicherheit Das Ergebnis
Nachfolgend zeige ich den Bau eines Frästisches, der in die Tischverbreiterung der Mafell Erika integriert ist. Mein erstes Projekt zum Erika-Tuning war dieser Stichsägetisch. Ihm folgt nun der Frästisch. Er soll in diese Lücke montiert werden können:
Hier die wichtigsten Eigenschaften des Frästisches:
Als Oberfräse kommt die Festool OF 1400 EBQ zum Einsatz.
TischplatteZur Befestigung der Oberfräse habe ich mir eine Fräsplatte ausgesucht, bei der mir neben der Stabilität zwei weitere Eigenschaften besonders wichtig waren:
Und so sieht die Platte aus:
Die zwei Einlegeringe erlauben Fräseröffnungen von 31, 68 und 98 mm Durchmesser. Die Niveauregulierung erfolgt über Madenschrauben. Unter den Madenschrauben werden starke Magnete in die Tischplatte eingelassen, auf denen die Madenschrauben dann aufliegen. Die Platte ist aus Aluminium und 6 mm dick. Als Höheneinstellung für die Oberfräse habe ich einfach die vom Festool Fräsmodul CMS-OF verwendet. Die Teile wurden über den Ersatzteil-Service von Festool besorgt, die Fräshaube wurde gleich mitbestellt:
Trockenübung: Oberfräse und Höheneinstellung passen tatsächlich auf die Platte.
Dann kann es ja mit dem Bohren losgehen:
Die Oberfräse wird über zwei Schrauben mit der Fräsplatte verbunden. Vom Bau der Tischplatte habe ich keine Bilder, aber im Prinzip ist sie identisch zu der des Stichsägetisches. Ich habe leider nur eine 21 mm starke Siebdruckplatte bekommen, ein paar Millimeter mehr wären mir lieber gewesen. Die Tischplatte sitzt aber sehr stabil in der Tischverbreiterung der Erika, so dass dies kein wirkliches Problem ist. Zur Not könnte man sie auch noch verstärken. Die Aussparung für die Fräsplatte ist mittels 30 mm Kopierring und 10 mm Nutfräser hergestellt worden. Als Frässchablone habe ich einfach schmale Holzbrettchen mit doppelseitigem Klebeband auf der Tischplatte befestigt. Das hat schon beim Stichsägetisch sehr gut funktioniert. Diesmal leider nicht so ganz. Vermutlich habe ich ein Brettchen nicht fest angedrückt. Beim ersten Fräsdurchgang ist mir dieses dann leicht verrutscht. Im vierten Bild sieht man in der oberen Kante eine kleine Aussparung, da ist es passiert. Zum Glück habe ich im ersten Durchgang nicht mal einen Millimeter weggefräst, so dass der Schaden nur oberflächlich ist. Wieder etwas gelernt. Lieber mehr Zeit in eine vernünftige Schablone investieren, als eine schnelle Bastellösung.
Der Rest wurde mit der Stichsäge ausgesägt.
Und noch die letzten Unebenheiten mit einem kleinen Grundhobel beseitigen:
Der Steg ist um ca. 5/10 Millimeter tiefer als die Fräsplatte dick ist. Über die Madenschrauben der Fräsplatte kann diese um bis zu mehrere Millimeter angehoben und so eingestellt werden, dass sie bündig mit der Tischoberseite abschließt. Im Bereich des Sockels der Höheneinstellung muss vom Steg noch ein klein wenig weggenommen werden:
Die Fräsplatte kann mit montierter Oberfräse und Höheneinstellung eingesetzt bzw. entnommen werden. Das hat den Vorteil, dass man die Oberfräse bequem an die herausgenommene Fräsplatte montieren kann, man muss dazu nicht unterm Tisch herumhantieren.
So wie die Fräsplatte im nachfolgenden Bild eingesetzt ist, sollte sich der Fräsanschlag links befinden, damit die Höheneinstellung zugänglich ist und nicht vom Fräsanschlag verdeckt wird. Man kann die Fräsplatte auch anders herum einsetzen, wenn man den Fräsanschlag auf der rechten Seite haben möchte. Hier ist man also flexibel.
Kurbel, kurbel, die Fräshöheneinstellung funktioniert super. Auch klasse, man kommt zum Fräserwechsel gut an die Spannzange heran:
Die Befestigung der Fräsplatte ist aber noch nicht fertig. Es müssen noch die Magnete in die Tischplatte eingelassen werden und - dazu gleich mehr - die Fräsplatte muss noch befestigt werden. Zunächst zu den Magneten:
Mittels der Madenschrauben kann jetzt die Fräsplatte exakt auf die Oberkante der Tischplatte ausgerichtet werden:
Die Platte soll wohl von den vier starken Magneten unter den Madenschrauben gehalten werden. Oder welchen Sinn haben sonst diese Magnete? Eine Bedienungsanleitung lag leider nicht bei, oder ich habe sie nicht gefunden. Die Fräsplatte habe ich in England bestellt weil in Deutschland diese Platten häufig nur schwer erhältlich sind (verblüffend, sie kam am zweiten Tag nach der Bestellung schon bei mir an). Im Prinzip könnte man sie auch in Deutschland kaufen, falls sie gerade lieferbar ist. In der dortigen Bedienungsanleitung wird die Fräsplatte zusätzlich verschraubt. Die Fräsplatte hat dazu aber in Deutschland auch entsprechende Löcher in den Ecken vorgesehen. Die "englische" Version von mir jedoch nicht. Die Aussparung für die Fräsplatte habe ich zunächst so bemessen, dass die Fräsplatte streng sitzt. Horizontal ließ sie sich also nicht bewegen. In diese Richtung würden die Magnete auch nicht halten. Hätte die Platte horizontal Spiel, so würde sie sich beim Fräsen trotz der Magnete hin- und herbewegen, was nun wirklich nicht gut wäre. Hebt man die Platte an, braucht man aber schon einiges an Kraft, um sie von den Magneten wegzubringen. Obwohl dies einen stabilen Eindruck macht und die Platte eigentlich fest sitzt, habe ich hier eine Änderung vorgenommen und die Platte zusätzlich verschraubt. Aus zwei Gründen:
Ich habe daher die Aussparung etwas vergrößert, so dass die Fräsplatte im Tisch etwas Spiel hat und die Fräsplatte am Tisch über M4-Senkkopfschrauben befestigt. Flügelmuttern erlauben das Lösen bzw. Festziehen ohne Werkzeug. Man kann die Fräsplatte zwar nicht so einfach entfernen wie im Zustand ohne Schrauben, aber Sicherheit geht hier vor. Die Bilder sind noch ohne diese Schrauben. Fräsanschlag Als nächstes wurde der Fräsanschlag gebaut. Ich hatte das Vergnügen, ihn zweimal bauen zu "dürfen". Beim ersten Mal habe ich
versucht, die Verbindungen mit Leim und Schrauben herzustellen. Also Leim aufgeben und dann gleich fest verschrauben.
Durch die feste Verschraubung ist das Korrigieren des Winkels aber nur mit brachialer Gewalt durch sehr fest zugedrehte
Zwingen zu bewerkstelligen. Das gefiel mir nicht so ganz. Beim Ausschneiden der Aussparungen in der Bodenplatte und im Anschlag kam zum ersten Mal der Stichsägetisch so richtig zum Einsatz.
Die Nuten für die Lamellos werden hergestellt:
Vor dem Verleimen alles probeweise zusammenzubauen hilft, unangenehme Überraschungen während des Leimens zu vermeiden:
Hier werden Bodenplatte und Anschlag verleimt. Über die Presskraft und Position der Zwingen läßt sich der Winkel zwischen den beiden Brettern sehr gut einstellen. Eine helle Lichtquelle - hier eine Stirnlampe - hilft, Ungenauigkeiten zu erkennen (Lichtspalttest).
Die Anschlagbacken habe ich aus einem ein Meter langen Aluminiumprofil zugeschnitten, das es recht günstig zu kaufen gibt. Es hat genügend Nuten, um alles Mögliche an allen möglichen Positionen zu befestigen. Es hat aber auch zwei Nachteile:
Eine erste Kontrolle, ob die Anschlagbacken passen. Hier sind sie noch provisorisch mit Zwingen fixiert.
Paßt, damit kann man wirklich leben. Hier sieht man einen Nutstein. Pro Anschlagbacke habe ich zwei Befestigungspunkte vorgesehen. Auf dem Bildern ist nur jeweils einer zusehen, da mir gerade die Sternknöpfe ausgegangen waren.
Hier sieht man die Klappe für die Staubabsaugung:
Das Loch für den Schlauch fehlt noch. Das sind genau die Arten von Arbeiten, bei denen ich mir schon so oft einen Stichsägetisch gewünscht hatte. Aber jetzt habe ich ja einen ;-). Diesmal ist er an der Werkbank montiert:
Den Fräsanschlag habe ich am Parallelanschlag der Erika befestigt. Dessen Feineinstellung kann so auch für den Fräsanschlag genutzt werden. Die beiden Leisten, über die der Fräsanschlag am Parallelanschlag befestigt wird, sind leicht schräg gestellt, so dass der Fräsanschlag flächig gegen den Tisch gedrückt wird.
Ein wichtiges Sicherheitselement bei einem Frästisch ist der Nullspannungsschalter (Sicherheitsschalter). Er verhindert das selbsttätige Wiederanlaufen des Fräsers nach einem Stromausfall. Neben dem Plus an Sicherheit bietet so ein Schalter zudem mehr Komfort, weil man zum Ein-/Ausschalten der Oberfräse nicht den schwerer zugänglichen Schalter an der Oberfräse betätigen muss.
Tischplatte und Fräsanschlag sind fertig. Jetzt kann alles zusammengesetzt werden. Zunächst die Tischplatte einsetzen:
Dann die Tischverbreiterung der Erika einsetzen:
Alles festschrauben:
Fräsplatte mit montierter Oberfräse und Höheneinstellung einsetzen:
Noch den Fräsanschlag montieren und der Mafell-Festool-Frästisch ist einsatzbereit:
FräshaubeWie eingangs schon erwähnt, habe ich mir Fräshaube inkl. Absaugstutzen vom Festool-Ersatzteilservice besorgt. Die Anschlagleiste baute ich mir aus Bucheresten aber selber. Warum ich die Anschlagleiste nicht gleich mitbestellt habe? Ganz einfach, ich wollte unbedingt nochmal mit dem Stichsägetisch etwas machen ;-)
Ich möchte noch ein paar Worte bezüglich Sicherheit verlieren. Falls jemand einen Frästisch baut, muss er sich natürlich selber erkundigen, wie man einen
Frästisch so baut, dass er dem aktuellen Stand der Technik bezüglich Arbeitssicherheit entspricht. Und
natürlich wie man damit sicher arbeitet. Auf ein spezielles Sicherheitsrisiko möchte ich aber eingehen, da es nur im Zusammenhang damit entsteht, dass beide Maschinen, die Oberfräse und die Tischkreissäge, getrennt von einander eingeschaltet werden können: Man kann den Einschalter verwechseln und so die falsche Maschine einschalten. Dieses Risiko und die daraus resultierende Verletzungsgefahr läßt sich durch folgende Maßnahmen verringern bzw. ausschließen:
So harmonisch nimmt Mafell Festool auf ;-)
Zum Frästisch selber kann man eigentlich nicht viel sagen. Er ist flexibel einsetzbar, stabil, im Winkel und ausreichend groß. Somit kann man damit alles machen, was ein Hobbyschreiner typischerweise mit einem Frästisch eben macht. Entfernt man den Fräsanschlag, hat man die gesamte Tischfläche wieder für die Erika zur Verfügung. Der Frästisch selber kann eingebaut bleiben. Ein Wechsel zwischen Säge und Fräse ist so ganz einfach und schnell möglich. Was mir noch fehlt sind Niederhalter und Anschläge. Diese werde ich mir bei Bedarf selber bauen und ggf. dann hier darüber berichten. Einen Längsanschlag im Frästisch habe ich bisher noch nie gebraucht. Falls in Zukunft doch mal, hätte ich folgende Möglichkeiten:
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